Hemera a publié une critique de Der neunte Arm des Oktopus par Dirk Rossmann
Grotesk
1 étoile
Utopien zu konstruieren ist nicht gerade leicht, allein weil sie die Zukunft betreffen. Die gewählte Form ist jedoch bereits mangelhaft: Einerseits versucht das Werk große Zusammenhänge zu fassen, anderseits persönliche Perspektiven darauf zu bieten. Das Ergebnis dieses Widerspruchs sind unpersönliche Charaktere mit wenn nicht kindlichen dann hölzernen Dialogen in einer Ansammlung mühsam aneinander getackerter staccatoartig steifer Berichtsfetzen, die nur eine Fassade von Internationalität erzeugen können, bestenfalls unterbrochen von vom Thema abschweifenden pseudophilosophisch undurchdachten oder belanglosen hyperpräzisen Wissenseinschüben.
Science Fiction lebt von einer Idee und auf die Prämisse eines Klimabündnisses könnte man sich einlassen, wäre der Autor nicht bereits so fantasielos explizit gegenwärtige Persönlichkeiten einbinden zu müssen (der Roman hätte oberflächlich nicht schlechter altern können) und damit bereits an der Genre Verortung zu rütteln. Die folgende inhaltliche Schlichtheit lässt sich problemlos als Schülerwitz erzählen: Ein Amerikaner, ein Chinese und ein Russe kommen in ne Bar und machen Weltfrieden aber Rossmann …
Utopien zu konstruieren ist nicht gerade leicht, allein weil sie die Zukunft betreffen. Die gewählte Form ist jedoch bereits mangelhaft: Einerseits versucht das Werk große Zusammenhänge zu fassen, anderseits persönliche Perspektiven darauf zu bieten. Das Ergebnis dieses Widerspruchs sind unpersönliche Charaktere mit wenn nicht kindlichen dann hölzernen Dialogen in einer Ansammlung mühsam aneinander getackerter staccatoartig steifer Berichtsfetzen, die nur eine Fassade von Internationalität erzeugen können, bestenfalls unterbrochen von vom Thema abschweifenden pseudophilosophisch undurchdachten oder belanglosen hyperpräzisen Wissenseinschüben.
Science Fiction lebt von einer Idee und auf die Prämisse eines Klimabündnisses könnte man sich einlassen, wäre der Autor nicht bereits so fantasielos explizit gegenwärtige Persönlichkeiten einbinden zu müssen (der Roman hätte oberflächlich nicht schlechter altern können) und damit bereits an der Genre Verortung zu rütteln. Die folgende inhaltliche Schlichtheit lässt sich problemlos als Schülerwitz erzählen: Ein Amerikaner, ein Chinese und ein Russe kommen in ne Bar und machen Weltfrieden aber Rossmann erzählt weiter (denn das seien morgen Internationalisten) aber jetzt kommt ein patriotischer böser Russe, ein patriotischer heimtückischer Chinesen und ein verlogener, scheinheiliger und auch sonst moralisch verkommener - Überraschung - Araber um zu stören. Man könnte meinen hier handle es sich um tief verwurzelten Rassismus und billige Ressentiments, viel wahrscheinlicher ist jedoch Rossmann hat dafür genauso wenig Verständnis wie für sonstige Gesellschaftsprozesse, Diplomatie oder Weltpolitik im allgemeinen und da haben auch all die Recherche-Flicken nichts beizutragen. Das Werk löst keinerlei Widersprüche auf, liefert keinerlei Erkenntnisgewinn und gibt keinerlei Anschein sich mit der Thematik des Klimawandels überhaupt beschäftigen zu wollen.
200 Seiten braucht dieser Roman um zur versprochenen Prämisse der Buchrückseite vorzustoßen um dann in der notwendigen Rede an die "Landsleute" und den Leser der (selbstverständlich amerikanischen) Präsidentin bereits zu scheitern denn es brauche für Klimaschutz unter anderem nur eine einmalige Vermögenssteuer ab 3 Mio. aber bei Ehepaaren erst ab 4,5 Mio. von 12-25%, AGs nur 8%, natürlich 100% Abrüstung, einen Zwang für Brasilien zum Regenwaldschutz und für Nigeria zur 1-Kind-Politik und das ist selbstverständlich militärischer aufrüstender Zwang. Vier Seiten dieser Rede füllt ein Autor, Mitbegründer der Deutsche Stiftung Weltbevölkerung, mit Bevölkerungsentwicklungsentwicklung. Allein das Wort "Öl" hingegen scheint ein Tabu. Diesen Unsinn kann auch die herbeigeschriebene Fusion manches Stückwerkes in einen vorhersehbaren Spannungsanstieg nicht retten. Selbst wenn Rossmann nur diesen letzten Abschnitt im Epilog zur Entstehung des Romanes als Teil des Romanes im Gespräch mit Gerhard Schröder meint, die Bezeichnung Thriller bleibt auch hier wie weite Teile des Romanes schlicht einfach grotesk.